Schubst KI Amazon und Co. vom E-Commerce-Thron?

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Die Befürchtung vieler Unternehmen, KI verbünde sich mit Marktplätzen, um sich den Kundenkontakt der Hersteller komplett einzuverleiben, blieb aktuell aus. Der HDE Online Monitor offenbart eine andere Möglichkeit, die wieder Macht in Unternehmenshände zurückgibt! Warum und wie Hersteller ihre Shops via Produktdaten und Kundenbindung jetzt für KI-Assistenten neu denken sollten, erklärt Jörn Bittner, Senior Consultant für ProCampaign.

  Amazon bleibt im deutschen Onlinehandel mächtig. Doch die Dynamik verändert sich: Laut HDE Online Monitor 2026 wächst der Onlinehandel 2025 um 3,9 Prozent auf 92,3 Milliarden Euro netto. Marktplätze legen mit 5,4 Prozent zwar weiterhin stärker zu als einzelne Formate, ihr Vorsprung fällt jedoch deutlich geringer aus als in den vergangenen Jahren – auch durch Künstliche Intelligenz. Duch das Verschieben der Produktsuche beginnen Kaufentscheidungen immer häufiger nicht mehr im Shop, sondern in KI-gestützten Recherche- und Empfehlungssystemen.

Statt KI-Assistenten also als neuen Konkurrenten zu sehen, sollten Brands sich lieber mit ihr verbünden, rät ProCampaign-Consultant Jörn Bittner: „KI sucht, vergleicht, bewertet und verdichtet Produktinformationen, bevor Käufer überhaupt einen Shop betreten. Damit wächst die Bedeutung jener Quellen, aus denen KI-Systeme belastbare Informationen ziehen. Hersteller, die Produktdaten, Ratgeber, FAQs, Bewertungen, Serviceinformationen und Lieferbedingungen sauber bereitstellen, erhöhen ihre Chance, in KI-gestützten Suchen aufzutauchen.“ Viele dieser Informationen liegen originär beim Hersteller.

KI als Recherchefilter

Die neue Shoppingroutine etabliert sich schnell. Bereits 60 Prozent der Internetnutzer verwenden KI-Anwendungen wie ChatGPT, Gemini oder Claude. 26 Prozent nutzen sie regelmäßig. Unter den 16- bis 19-Jährigen liegt der Anteil regelmäßiger KI-Nutzer sogar bei 53 Prozent. Auch für Kaufentscheidungen spielt KI bereits eine relevante Rolle: 35 Prozent aller Nutzer greifen bereits auf KI-Chatbots für Produktrecherchen zurück. Im Mittelpunkt stehen konkrete Kaufentscheidungen: 64 Prozent vergleichen Produkteigenschaften, 58 Prozent lassen die Produktqualität bewerten, 51 Prozent nutzen KI für Preisvergleiche. Weitere 38 Prozent prüfen die Zuverlässigkeit von Onlineshops, 31 Prozent holen Empfehlungen für Shops oder Geschäfte ein und 24 Prozent informieren sich über Liefer- und Retourenbedingungen.

„KI verändert das Kaufverhalten bereits jetzt“, so der Marketing-Experte. „Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob ein Produkt auf Amazon, Google oder im eigenen Shop gelistet ist. Entscheidend ist, ob Produktinformationen so strukturiert, aktuell und vertrauenswürdig vorliegen, dass KI-Systeme sie verstehen, bewerten und in Kaufentscheidungen einbeziehen können.“ Mit einem eigenen sauber strukturierten Onlineshop, semantisch angereichert und auf neuestem Stand, geben Händler und Produzenten KI belastbare Daten aus verifizierter Quelle an einem Ort.

Also Amazon ade?

Für Marken und Händler bedeutet die Kaufveränderung durch KI Risiko und Chance zugleich. In den vergangenen Jahren setzten immer mehr Retailer verstärkt auf Plattformpräsenz und ließen den eigenen Onlineshop außen vor. Einige legten sogar gar keinen mehr an. Doch wer nur auf Marktplätze setzt, überlässt Sichtbarkeit, Produktdarstellung und Kundenzugang fremden Händen. Der eigene Onlineshop dagegen, als verlässliche Daten- und Informationsquelle aufgebaut, bringt in KI-gestützten Kaufentscheidungen sein Angebot wieder in eine starke Position.

Der Herstellershop entwickelt sich damit über den direkten Verkaufskanal hinaus. Er wird zur kontrollierten Informationsbasis für digitale Kaufentscheidungen. Dort können Anbieter vollständige Produktinformationen abbilden, Varianten erklären, Anwendungsfälle zeigen, Zubehör verknüpfen, Servicefragen beantworten und Vertrauen aufbauen. Diese Tiefe bilden standardisierte Marktplatztemplates nur begrenzt ab. Eine KI erkennt nicht automatisch, warum ein Produkt zu einer bestimmten Lebenssituation, Körpergröße, Anwendung oder technischen Umgebung passt. Sie benötigt eindeutige, aktuelle und glaubwürdige Informationen.

Für Hersteller bedeutet das: Produktdetailseiten, semantische Strukturen, maschinenlesbare Daten, klare Kategorietexte, FAQ-Bereiche, Bewertungen, Servicehinweise und transparente Versand- und Retourenbedingungen werden nicht nur für Menschen wichtig. Sie werden zur Grundlage dafür, ob digitale Kaufberater ein Produkt überhaupt berücksichtigen. „Viele Unternehmen unterschätzen, dass KI nicht einfach nur Webseiten liest“, sagt Bittner. „Sie bewertet Relevanz, Kontext, Vertrauen und Vollständigkeit. Wer nur dünne Produkttexte, veraltete Informationen oder austauschbare Marktplatzdaten liefert, wird in KI-gestützten Kaufprozessen schnell unsichtbar.“

 

Sichtbarkeit allein reicht nicht

Der entscheidende Teil folgt nach dem Klick. Wenn KI-Assistenten Kundinnen und Kunden wieder stärker auf Herstellershops führen, entsteht eine neue Chance auf direkte Kundenbeziehungen. Weiter verfolgt entsteht aus Erstkontakt Consent, Wiederkauf, Servicekommunikation und Loyalität.

Doch dafür reicht ein guter Shop allein nicht aus. Unternehmen müssen den Kontakt nach dem ersten Besuch systematisch weiterführen: über relevante Kommunikation, Warenkorbabbruchstrecken, Produktempfehlungen, Servicehinweise, Loyalty-Programme, Reaktivierung und messbare Kampagnenlogik.

„Der spannende Effekt liegt nicht allein in mehr Shoptraffic“, erklärt Bittner. „Wert entsteht erst, wenn Unternehmen aus einem KI-vermittelten Erstkontakt eine eigene Kundenbeziehung entwickeln. Sichtbarkeit ist der Anfang. Umsatz entsteht durch Aktivierung, Wiederkauf und Loyalität.“

Aus KI-Traffic wird Kundenwert

Mit ProCampaign nutzen Unternehmen diese neue Reichweite systematisch. Der Customer Engagement Hub verbindet Kundenkommunikation, Kampagnensteuerung, Loyalty Management und datenschutzkonforme Kundenaktivierung auf einer Plattform. So sprechen Retailer Interessenten und Bestandskunden gezielt an, führen Kaufimpulse weiter und entwickeln Kundenbeziehungen. „KI kann neue Nachfrage sichtbar machen. Umsatz entsteht aber erst, wenn Unternehmen den Kontakt selbst kontrollieren“, sagt Bittner. „Dazu gehören saubere Kundendaten, klare Einwilligungen, relevante Journeys, Loyalty-Mechaniken und eine Messung, die zeigt, was wirklich zusätzlichen Umsatz bringt. Wer den Verkaufskanal für egal hält, verschenkt Kundenwert.“

 

Über ProCampaign

ProCampaign ist der sichere SaaS Customer Engagement Hub der Consultix GmbH mit Sitz in Bremen. Die Digital-Marketing-Software trägt als einzige Lösung am Markt das Europäische Datenschutz-Gütesiegel European Privacy Seal (EuroPriSe) und ist damit die Antwort auf die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Deutschland sowie auf die General Data Protection Regulation (GDPR) aller EU-Mitgliedsstaaten. Namhafte international agierende Unternehmen betreuen mit diesem plattformbasierten Produkt für Kundenkommunikation und -Management sowie Kampagnenführung und Loyalty Management weit über 100 Millionen Kundenprofile in mehr als 50 Ländern.

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